Lexikon

Vorkasse

Was ist Vorkasse?

Vorkasse oder Vorauskasse ist eine weit verbreitete Zahlungsart, die Händlern finanzielle Sicherheit bietet. Die Ware wird hierbei erst verschickt, wenn der Kunde die Rechnungssumme überwiesen hat. Dadurch ist die Vorkasse von Bedeutung für viele Anbieter und Branchen, die sich vor Zahlungsausfällen schützen möchten und müssen. Der Käufer geht in Vorleistung. Bleibt seine Zahlung aus, erhält er keine Ware. Während diese Zahlungsmethode Händlern Vorteile bietet, trägt der Kunde das volle Risiko.

Aus diesem Grund ist die Vorauskasse meist nicht die beliebteste Option bei Käufern. Manche schreckt diese Zahlungsart ab, was wiederum weniger Gewinn für den Händler bedeutet. Das ist besonders dann der Fall, wenn zum Beispiel ein Onlineshop nicht bekannt ist und keine Rezensionen im Internet zu finden sind. Verkäufer sollten daher gut abwägen, ob die Vorkasse im eigenen Fall mehr Vor- oder Nachteile hat. Die eigene finanzielle Sicherheit bringt nur wenig, wenn dafür die Kunden ausbleiben. Genießt der Shopbetreiber bereits das Vertrauen seiner Kunden oder wirkt seriös, sind diese hingegen meist gewillt, per Vorkasse zu bezahlen.

Welche Arten der Vorkasse gibt es?

Was bedeutet Vorkasse im Detail? Wer die Zahlungsart anbietet oder fordert, sollte die drei verschiedenen Arten kennen.

Vertraglich vorgesehene Vorkasse

Da in Deutschland die Vertragsfreiheit gilt, kann der Verkäufer vom Kunden verlangen, in Vorkasse zu treten. Häufig machen die Händler bei Neukunden von diesem Recht Gebrauch. Doch auch einige Branchen, wie das Handwerk, fordern die Vorleistung. Das liegt unter anderem daran, dass eventuell vor dem Erfüllen des Auftrags Material- oder Anfahrtskosten auftreten. Ein Beispiel aus dem Produktbereich sind Gutschein- oder Prepaidkarten.

Gesetzlich zulässige Vorkasse

Legen Reiseveranstalter einen Reisesicherungsschein vor, dürfen sie laut Paragraf 651t des BGB bis zu 20 Prozent Vorkasse verlangen. Anwälte haben dank Paragraf 9 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) ebenfalls ein Recht darauf, Vorleistung von ihren Mandanten zu verlangen.

Vorkasse im Außenhandel

Besonders im Außenhandel ist die Vorkasse von Bedeutung und sogar üblich. Der Käufer (Importeur) verpflichtet sich, die Rechnungssumme der bestellten Ware entweder ganz oder zu einem Teil als Vorauszahlung zu begleichen. Den Zeitpunkt der Fälligkeit und der Lieferung vereinbart er mit dem Verkäufer (Exporteur). Die Vorkasse kommt deshalb so häufig im Außenhandel vor, weil Exporteure in einigen Fällen die finanziellen Mittel zum Produzieren der Ware benötigen. Viele Importeure verlangen als Sicherheitsnachweis eine Anzahlungsgarantie durch eine Bank.

Wie kann die Rechnung beglichen werden?

Wer per Vorkasse die Zahlung leisten will, hat zwei Optionen:

Vorkasse und Überweisung

Kunden, die Vorkasse mit einer Überweisung bezahlen, müssen in der Regel zwei bis drei Tage Bearbeitungszeit der Bank einplanen. Wer seine Ware zügiger braucht oder möchte, kann den Händler per Sofortüberweisung bezahlen. In diesem Fall läuft die Überweisung online ab. Bestenfalls sogar in Echtzeit, sofern der Händler bei derselben Bank ist.

Vorkasse und SEPA-Mandat

Wer bei der Vorkasse die Rechnung nicht selbst überweisen und sich diesen Schritt sparen will, kann dem Händler ein SEPA-Mandat erteilen. Dieser bucht die Summe dann vom Konto ab, bevor er die Ware verschickt.

Was sind die Vor- und Nachteile von Vorkasse für beide Seiten?

Für den Händler hat Vorkasse nur Vorteile – abgesehen vom eventuellen Vertrauensproblem und der Kaufverweigerung der Kunden. Er hat durch diese Option keine Zahlungsausfälle zu befürchten und ist somit finanziell auf der sicheren Seite. Der Kunde hingegen sollte darauf achten, dass es sich um einen seriösen Anbieter handelt. Er bezahlt, bevor er die Ware erhält. Kommt diese nicht oder in schlechter Qualität an, ist das ärgerlich und kann finanziell großen Schaden anrichten. Um die Vorkasse als Zahlung vertrauenswürdiger und attraktiver für die Kunden zu machen, bieten einige Unternehmen im Gegenzug Rabatte oder Geschenke an. Finden Käufer auf die Frage „Was ist an Vorkasse von Vorteil für mich?“ eine Antwort, steigt die Akzeptanz. So wird die Zahlungsart, die sonst zugunsten des Händlers ausfällt, auch für den Kunden reizvoll.

Wo wird Vorkasse angewendet?

Neben dem Außenhandel, der Reisebranche und Anwälten gibt es noch weitere Nutzer der Vorkasse. Betreiber von Onlineshops und kleine Unternehmen lassen ihre Kunden bevorzugt per Vorkasse bezahlen. Manchmal sind sie darauf angewiesen, das Geld vor dem Versenden der Ware zu erhalten. Vorkasse bedeutet also nicht immer, dass der Onlineshop unseriös ist, auch wenn sich das Gerücht bei manchen Käufern hartnäckig hält. Positive Bewertungen auf Portalen wie Trustpilot oder Gütesiegel wie das von Trusted Shops auf der Webseite sind Indikatoren für Seriosität.

Was bedeutet Vorkasse finanziell für die Händler?

Da der Händler bei Vorkasse die Rechnung zum Kunden schickt, und dieser die Summe überweist oder per Lastschrift bezahlt, kommen für den Händler keine Extrakosten hinzu. Lediglich Personal für die Buchhaltung und das Bearbeiten der Zahlungseingänge, sowie für die Versandabwicklung sind nötig. Eventuell benötigen Händler in diesem Fall mehr Personal und haben somit höhere Kosten. An sich fallen jedoch keine Kosten für die Zahlungsmethode Vorkasse an, weshalb sie zu den rentabelsten Optionen zählt.


Werden Sie Teil der zufriedenen QUIX Community.

Ausfüllen und abschicken! Wir melden uns!

Einwilligung*
Was ist die Summe aus 9 und 1?

Zurück